Im Moment befinde ich mich an dem bekannten Surfstrand von Raglan. Es ist immer noch sehr windig. Wir hatten in den letzten Tagen Sturmmeldungen und des Öfteren habe ich gedacht dass das Wavehouse in dem ich zurzeit wohne abheben würde. Es ist nicht viel passiert in letzter Zeit außer dass ich jetzt mit einem Moon Boot (Mondschuh) unterwegs bin. Das bedeutet nicht nur links zu fahren sondern auch den linken Fuß beim Fahren zu benutzten. Hierdurch wird das Fahren in Neuseeland nochmal eine größere Herausforderung als es eh schon ist. Mittlerweile bin ich jedoch froh dass ich nicht mehr zuerst in die falsche Richtung schaue. J Zurück zum Moon Boot. Nach einer längeren Reise bin ich mit einem Kumpel in Kawhia angekommen. Ein wunderschöner Ort mit Hot Springs. Bis zu den Hot Springs habe ich es jedoch leider nicht geschafft. Es war ein sehr windiger Tag und in den Dünen kam man sich wie in einen Sandsturm vor. Aber nun gut der Weg ist das Ziel. Auf dem Weg zum Strand offenbarten sich wundervolle Sanddünen die zum Springen einluden.. mit viel Schwung hob ich ab, leider nicht so wie ich es wollte und nun kam die Landung.. viel zu früh. Ich konnte durch den Sand in meinen Augen sowie meinen Haaren vorm Gesicht nicht wirklich sehen wo ich landen würde…. Zu spät! Mit all meinem Körpergewicht landete ich auf einem umgedrehten Knöchel. SCHMERZZZZZZZZZZZZZ und da saß ich nun in den Dünen von Kawhia. Nicht mehr in der Lage aufzustehen und ich spürte nur wie Blut im inneren meines Knöchels herunter lief. Ok was nun… Ach es wird morgen schon besser sein. J Der nächste Morgen zeigte dass ein Gelenk bis zum doppelten anschwellen kann…. Hmmmm aber ich konnte den Fuß noch belasten, nicht so gut bewegen…. Ok morgen werden wir sehen was Sachstand ist. Der nächste Morgen zeigte wunderschöne blaue, lila, grüne und gelbe Schattierungen am Gelenk ;-) Im Krankenhaus sagte man mir dass ich super viel Glück hatte und nicht operiert werden müsse. Letztlich habe ich 2 Bänder gerissen und trage nun einen Moon Boot. Ich hoffe dass meine Bänder wieder gesund zusammenwachsen werden. Wird ein wenig schwierig da ich ab Morgen wieder mit Eddie unterwegs bin…Hinzu kommt dass ich einen Hautauschlag bekommen habe also musste ich wieder zum Doktor da der Juckreiz immer schlimmer wurde. Zum Glück ist es aber nur ein Virus der sich im Frühling oder auch im Herbst entwickeln kann. Ähnlich wie Herpes aber nicht ansteckend. So wie der Ausschlag kam wird der auch wieder gehen sagte der Doktor. Ich denke letztlich hat wohl alles seinen Preis. J Es ist übrigens wundervoll dass ich in der Frühlingszeit hier bin mit all den vielen Baby Schaafen. Leider sind sie sehr scheu von daher konnte ich bis jetzt noch kein Bild von einem Baby machen.. vielleicht bald.
Eddie und ich sind mittlerweile wieder auf der Südinsel angekommen. Ich bin zwei Tage nach Wellington gefahren, da Eddie und ich mehrere Pausen einlegen mussten wegen dem Moon Boot bzw. Knöchel. Mein Fuß ist immer noch gelb, grün, blau und lila und wird ab und an noch dick, Haut wird besser und meine Schulter ist immer noch nicht ganz verheilt da sich Narben im Muskel gebildet haben. Aber das wird schon alles. Die Überfahrt mit der Fähre war sehr windig und ich habe die ganz Fahrt oben auf dem Deck verbracht mit einem weinenden und lachenden Auge auf die Nordinsel gerichtet. Die Zeit auf der Nordinsel war einfach unbeschreiblich. Vielleicht sollte ich wirklich irgendwann einmal ein Buch schreiben mit genaueren Details und mehreren Eindrücken die ich hier gar nicht alle erwähnt habe und ggf. auch gar nicht sollte ;-)) Denn mir stellt sich immer noch die Frage WER überhaupt meinen Blog verfolgt (Feedback gerne auch an Anja.herz@gmx.de) Im Zuge dessen möchte ich mich bei meinen 4 treuen (bekannten) Blogverfolgern für die Kommentare und Emails bedanken. Ok wieder zurück nach Neuseeland. J Es war eine Umstellung mich wieder an Blenheim zu gewöhnen, da Raglan echt eine Stadt für sich ist. In Blenheim ist alles größer und konservativer verglichen zu Raglan. Heute werde ich alles für meine morgige Abreise vorbereiten und dann sind Eddie, der Moon Boot und ich wieder auf uns allein gestellt. Ich bin auf die Südinsel, die Eindrücke und weiteren Abenteuer gespannt.
Bin nun auf der Südinsel und habe sehr viel gesehen. Die Natur ist hier noch atemberauender als auf der Nordinsel. Und es ist extrem wichtig immer genug Benzin im Tank zu haben denn man weiß nicht wann die nächste Tankstelle kommt. Das wusste ich zuerst nicht. Somit musste ich meine Erfahrung machen… Nein ich bin zum Glück nicht liegengeblieben aber fast. Eddie und ich sind dann für einen längeren Zeitraum nur 70 gefahren um so wenig wie möglich zu verbrauchen und wir hatten Glück dass wir richtig abgebogen sind und zum Glück war nun eine Tankstelle in Reichweite. Daraus habe ich gelernt somit wird in jeder Stadt (wenn wirklich nötig) getankt. Im Zuge meiner Reise habe ich so viel Glück erfahren dass ich mich nicht nur Ahora (Liebe in Maori, dieser Name wurde mir von meinen Maori Freunden in Raglan gegeben) sondern auch Lucky. Ich bin darauf gekommen als Eddie und ich kurz vor unserem Ziel waren. Ein Polizeiauto war auf der anderen Seite und hat umgedreht sobald es mich gesehen hat. Ich wusste nun was kommen würde. Er wird mich anhalten. Unglücklicherweise hatte ich zuvor ein Bier aufgemacht (da ich kurz vorm Ziel war, ja ist nicht richtig-steht außer Frage. Von nun an wird nur noch an Schlafplätzen mein „Feierabendbierchen“ getrunken.) Zurück zur Situation.. Bier schnell in den Fußraum gestellt natürlich ist es umgefallen und wurde komplett verschüttet schnell Tasche drüber und den rechten Fuß mit dem Moonboot (mit dem ich ja eigentlich fahren müsste) schnell versteckt. Okayyyyy ich war schon sehr aufgeregt denn immerhin roch mein Auto nach Bier und man sollte bestimmt auch nicht mit dem linken Fuß fahren (wobei das ja nur konsequent wäre da man ja auch auf der linken Seite fährt. :- ) Nun gut Blaulicht an also anhalten. Fahrzeugkontrolle. Glücklicherweise hatte Eddie alles was er braucht und somit durfte ich weiterfahren. WAS für ein Glück. Auf Grund all der Erfahrungen in letzter Zeit sowie in meinem Leben grundsätzlich gesehen, hatte ich echt sehr sehr viel Glück in vielen Momenten. Somit wäre der Spitzname Lucky vielleicht gar nicht so verkehrt. J Reise ging weiter.. Leider kann ich nur wenige Stopps machen da es in den meisten Fällen erforderlich ist ein Stück zu laufen und das geht mit dem Moonboot leider nur sehr schlecht. L Trotz allem ist es einfach nur ein wundervoller Zauber hier auf Neuseeland. Sei es die Wale zu beobachten, nichts zu hören außer Natur und einfach die Schönheit von all dem auf sich wirken zu lassen. Insgesamt bin ich jeden Tag ca 500 km auf der Südinselgefahren. Ich habe gaaaanz viel gesehen und erlebt aber das Highlight war in Milford Sound. Meine Freunde Ann und Kahn hatten mir empfohlen liebere einen Bus dorthin zu nehmen da die Strecke mit dem Tunnel sehr gefährlich sei. Aber ich dachte mir Eddie und ich haben den 99 Miles Beach überlebt dann schaffen wir das auch. Tja nach 500 km wurde die Strecke nach Milford Sound aber dann doch sehr anstruchsvoll. Aber ging alles gut dort angekommen und dann musste ich feststellen dass da gar nix ist.. also kein supermarkt oder so.. hm ok… also dort in die Bar gegangen und ein Bier bestellt um dann später zum Auto zu laufen und im Eddie zu schlafen. Ich kam dann mit Dave ins Gespräch und ich lernte all seine Freunde kennen die alle Kollegen waren und alle dort in Milford Sound auf den Booten arbeiten. Neben mir saß Denis. Ein älterer Mann und eher unfreundlich. Er wird sich gedacht haben ach eh nur wieder so ein Tourist. Aber Ende vom Lied war dass wir alle so viel Spaß an dem Abend hatte.. hab die Jungs ein wenig aufgemischt dass Denis dann meinte sei morgen am Steg 6 und dann kannst Du umsonst mitkommen. Die Fahrt hätte eigentlich 160 $ gekostet. Selbstverständlich war ich um 1 Uhr dort und durfte sogar für 30 min Kapitän sein. Echt super beeindruckend. Denis ist übrigens 70 Jahre alt und wir haben uns an dem Abend zuvor sogar dann noch verlobt. ;-) Eine tolle Zeit. Ich bin dann durch das Rabbit hole (tunnel so nennen die Einheimischen diesen Tunnel) wieder zurück gefahren und bin dann bald schon wieder in Blenheim angekommen. Dort war ich für eine Nacht und bin dann wieder auf die Nordinsel nach Raglan um meine letzten 3 Wochen dort zu verbringen. Ich wohne wieder bei James (der 20 Jahre in Deutschland gelebt hat) und bei Antonio. Ich habe in Raglan nun auch eine deutsche Freundin, Sandra. Sie arbeitet hier auf einer Milchkuhfarm und wir verbringen ganz viel Zeit miteinander. Ich war auch schon mit ihr arbeiten… Wir haben uns echt gesucht und gefunden. J Nun genieße ich meine Zeit hier in Neuseeland bis es dann nach Australien geht.
Bis die Tage.
Viele Grüße
Anja Herz